Gutruns Musikwelt

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Gedankengänge

Liebe Besucher meiner Seiten, schnell mal ein paar Gedanken für euch hier an dieser Stelle, die mir so momentan durch den Kopf gehen...



Ich bin grad von einer Probe nach Hause zurückgekehrt. Ja, die Gutrun probt und das auch noch vormittags! :-) Zur Zeit probe ich in Preetz mit meinem Kollegen Peter Hinze von "Artus Music", mit dem ich ein paar Projekte plane und als wir heute so "Don´t it make my brown eyes blue" von Crystal Gayle live probten, da fiel mir auf, wie sehr ich doch einige Songs liebe und andere wiederum gar nicht so...! :-))
Peter war ganz begeistert und meinte, daß mir Crystal Gayle und solche Dinge total liegen... dem stimme ich voll und ganz zu und ich liebe es auch, diese Songs zu singen, aber leider ist es ja als Berufsmusikerin stets so, daß man eben nicht nur Songs singen darf, die man liebt, sondern daß man mitunter eben auch so Nummern bringen muß, zu denen man irgendwie keine richtige Verbindung aufbauen kann! :-))



Ich habe grad die wunderbare und schräge Rock´n Roll- Biographie "Feel" über Robbie Williams gelesen und darin gab es eine Passage, an die ich heute wieder denken mußte, denn Robbie Williams hat mal gesagt, daß "Mr. Bojangles" mal sein absolutes Lieblingsstück gewesen ist, bis er es auf Tour "verheizen" und Abend für Abend wieder singen mußte! :-)

http://www.youtube.com/watch?v=zEFFK1xaQu8

Ich kann diesen Ausspruch sehr gut nachvollziehen, denn mit einigen der Songs, die ich singe, geht es mir genauso! Als ich 2003 mit der Tanzmusik begann, da liebte ich die Nummer "I am what I am" von Gloria Gaynor heiß und innig und habe sie voller Inbrunst und Leidenschaft gesungen, weil das DER Song meiner Jugend war, der so viel von dem, was ich in damals mir fühlte, ausdrückte...
Und dann haben wir diese Nummer mit unserer Party-und Showband auf Veranstaltungen immer und immer wieder gespielt, in guten Jahren bis zu 100mal im Jahr und man steht vor den unterschiedlichsten Menschen und singt wieder und wieder "I am what I am...". Und irgendwann spürst Du dann plötzlich, daß Dir die Emotion entgleitet und Du einfach irgendwie gar nichts mehr fühlst, während Du diesen Song singst.



Heute mag ich die Nummer nicht mal mehr gern hören und wenn sie zufällig im Radio läuft, dann wechsle ich den Sender. Eigentlich traurig! Ich hab dieses Stück mal so sehr geliebt und es hat mir mal wirklich viel bedeutet! Robbie Williams hat das wirklich sehr treffend formuliert und wenn man ein Stück auf Tour "verheizt", dann verliert dieses Musikstück oft leider für immer seinen Zauber und man hört es von da ab einfach nicht mehr gern und kann beim Singen emotional einfach nicht mehr an dieses ganz spezielle magische Gefühl anknüpfen, das dieser Song mal bei einem ausgelöst hat! :-(

Aber bis heute gibt es zum Glück auch Stücke, die ich noch nicht "verheizt" habe und ich denke, wenn man irgendwann nur noch "verheizte" Stücke singen muß, dann wird es Zeit, zu gehen und irgendetwas anderes zu machen... Denn Musik ist für mich etwas wirklich Zauberhaftes und ich liebe immer noch von ganzem Herzen, was ich auf der Bühne tue. Sollte eines Tages dieser Glanz, dieser Zauber für mich verschwunden sein, dann werde ich nicht mehr singen. So einfach ist das für mich.



Und wenn ich heute "Don´t it make my brown eyes blue" singe, dann kriege ich immer noch eine Gänsehaut und mein Herz wird schwer und ich liebe diesen Song, so daß ich an ein ganz spezielles Gefühl anknüpfen kann, wenn ich ihn singe. Und dann denke ich an jemanden, der für mich unweigerlich mit diesem Song verbunden ist und das ist einfach ganz und gar wundervoll! :-)) Wollt ihr diesen Song noch einmal hören, der 1977 einen "Grammy" gewonnen hat? Klickt mal hier:

http://www.youtube.com/watch?v=WXkkYvGK2R0

Und während Peter und ich über Stücken wie z.B. "Autumn leaves" oder "Dream a little dream of me" brüten, freue ich mich, daß man als Sängerin ja auch immer noch die Wahl hat, einfach eine andere Musikrichtung einzuschlagen und seinen Lebensweg aktiv zu verändern, bis man sich mit dem, was man so singt, wieder rundum wohl fühlt und beim Singen wieder die berühmte Gänsehaut bekommt! :-))



Das ist wirklich ein Geschenk und eine große Freiheit, die ich besitze und für die ich von ganzem Herzen dankbar bin!
Ich liebe es immer mehr, leicht jazzige oder bluesige Nummern zu singen, die stimmlich so etwas ganz Anderes bieten, als die Party-und Showmusik und ich weiß, daß ich ganz sicher noch nicht am Ende meiner persönlichen musikalischen Entwicklung angelangt bin! Nur so bleibt der Weg für mich auch spannend, indem man sich immer wieder neu- und weiterentwickelt! :-))



Wer jetzt im Sommer ein wenig Zeit oder gar Urlaub hat, der sollte mal die Gelegenheit nutzen, um in ein paar echt richtig gute Rock´n Roll- Biographien reinzulesen... wie schon erwähnt, habe ich "Feel" von Chris Heath verschlungen, auch, wenn ich KEIN Robbie Williams- Fan bin, aber das Buch ist wirklich spannend und kurzweilig geschrieben und beschreibt ungemein treffend den ganzen Star-Wahnsinn, den ein VIP so täglich auszuhalten hat! :-)



Nach der Lektüre dieses sehr umfangreichen Werkes über das Leben und Leiden des Robbie Williams will garantiert kein einziger Leser mehr mit ihm und seinem Ruhm und Leben tauschen!!! :-) SEHR lesenswert, ehrlich und total Rock´n Roll!!! Außerdem toll: Die Biographie von Marianne Faithfull, die sehr eindringlich über ihr Leben und ihre zahlreichen Abstürze schreibt und den Leser auf eine Zeitreise direkt in die wilden ´60er mitnimmt, wo man auf den Spuren der "Rolling Stones" und anderer musikalischer Berühmtheiten jener Epoche wandelt...! :-)



Tolle, wirklich packende Erlebnisberichte, die auch die Schattenseiten dieser so umjubelten Jahre nicht auslassen!!! Ich habe noch viele solcher Bücher in meinem Schrank stehen, aber sie hier alle aufzuzählen würde heute sicherlich den Rahmen hier sprengen! Hihi... *gg*

Und irgendwann, wenn ich dann alt und betagt voller spannender Falten und Runzeln in meinem Gesicht lebensmüde in meinem Schaukelstuhl sitze, dann werde ich für euch ein Rock´n Roll- Buch schreiben und aus MEINEM Leben berichten... Bis dahin sind sicherlich ein paar Menschen verstorben, mit denen ich dann abrechnen werde...hihi! :-)) Besser, man wartet mit derlei Lebensbeichten ein paar Jahre, um unangenehmen Klagen aus dem Weg zu gehen, wenn man vorhat, ein bösesbösesböses Badgirl-Buch zu schreiben... hihi!  ( siehe Dieter Bohlen und seine Bücher! ) *gg* ! :-))



Genießt den Sommer vor der Tür, liebe Freunde!!!

Es grüßt euch für heute eure singende und reisende Gutrun

Gutrun 09.06.2010, 14.53

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