

Liporello

Für seidene Momente nur,
in schwerelosen, silbernen Augenblicken
hielten wir unseren Traum
in den Händen und
klammerten uns
wie langsam Ertrinkende
an ihm fest,
um ihn schließlich
in den Strudel
mit hinab zu ziehen.
Auf der Bühne das Brennen,
grell leuchten im Scheinwerferlicht,
Deine Blicke auf mir
wie ein flammender Komet,
schweißnasse,
durchtobte Nächte,
ausgelaugt und schwerelos
im Morgengrauen
ineinanderkriechen,
an feuchter Haut
ein Zuhause finden,
extatische Versuche,
die Nacht zu halten...
Am Tag danach
die große Müdigkeit
und Schmerzen.
Tabletten
sind willkommene Begleiter
durch den faden Alltag
mit all seinen Belanglosigkeiten.
Unsere Extase,
sie ist
irgendwo zwischen
Stroboskop und "Dancing Queen"
verglüht,
wie die Motten, die,
zu dicht am Feuer,
einfach aus dem Himmel fallen.
Es bleibt
die große Erschöpfung und
der Traum mit seinem Riß,
als unsere Welten
schleichend,
unbarmherzig
auseinander drifteten...
Ich spüre ihn täglich,
den Zauber der Erinnerung und
Dankbarkeit
für unglaubliche Haufen
exzessiv gelebten Lebens.
Und heute ist heute ist heute.
Leben im Zeitraffer.
Mit Dir.
Liporello.
( Gutrun Wellmer, 3. Juli 2010 )
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